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Geschichte des Salzburger Bahnhofes

"Aus der Dissertation von Gerhard Martin Plasser, Salzburg 1995, Universität Salzburg, Stadt lesen Salzburger Plätze Gestalten und Funktion

Entwicklung des Bahnhofs

1838-1842
Erste Interessen auf Privater sowie Regierungsseite eine Bahnlinie zwischen Wien uns Salzburg zu bauen.

21. Juni 1851
Im Staatsvertrag mit Bayern wurde eine Bahnlinie von Bruck an der Mur über Salzburg nach München und von Passau nach Linz mit späterer Verlängerung nach Wien beschlossen.

1853
der Gemeinderat entscheidet sich für das rechte Salzachufer bei der Schießstätte in der Elisabeth Vorstadt vor 1901 Froschheim genannt. Die Felder bei Aiglhof in Maxglan schieden aus. Man entschied sich für die Elisabeth Vorstadt wegen der direkten Verbindung mit der Stadt, wegen der Nähe der Salzach um gegebenenfalls Frachten auf Schiffe umzuladen, wegen der Möglichkeit durch eine Brücke unterhalb der Stadt die Zufahrtshindernisse in der Neustadt zu umfahren, wegen der Schonung des Johannesspitals und da keine Kanäle und Wässerleitungen als Hindernisse vorkamen.

1854
überließ die Regierung den Betrieb und den Bau der Eisenbahnen der Privatspekulation und ging damit vom staatlichen Eisenbahnsystem ab.

21.April 1856
Die Österreichische Regierung verpflichtet sich zu Herstellung einer direkten Bahnlinie zwischen Salzburg nach Wien binnen 5 Jahren und einer Zweigbahn von Passau bis Linz innerhalb von 7 Jahren im Staatsvertrag mit Bayern.

[1] Eisenbahn- Jahrbuch 1.Jg. S. 121.

19. Oktober 1854
Erhielt der Wiener Großhändler H.D. Lindheim die Bewilligung zu Vorarbeiten.
1856 H.D. Lindheim und k. k. Generalkonsul Ernst Melk in Hamburg, sowie mehrere Bankhäuser gründen eine Konzession.

21. Juni 1856
wurden die Statuten der Aktiengesellschaft „Kaiserin- Elisabeth- Westbahn- Gesellschaft“ (KEB) die auf die Konzessionäre überging bestätigt.
Nach langwierigen Verhandlungen zwischen „Kaiserin- Elisabeth- Westbahn- Gesellschaft“ (KEB), Militär, Polizei, Vertreter des Stadtministeriums, Landesregierung und Stadtgemeinde fiel die Wahl des Standortes auf die nördlichen Wälle am rechten Salzachufer gelegenen Gründe.
Im Westen bereitete der natürliche Wall des Mönchsberges ein viel schwierigeres und teuer zu umgehendes Hindernis. Eine Bahnhofslösung in Liefering oder Maxglan wäre bahntechnisch leichter zu lösen gewesen, hätte aber die Entstehung eines zweiten, modernen Stadtzentrums begünstigt und dadurch den Wert der Altstadtimmobilen empfindlich verringert oder nicht entsprechend den spekulativen Erwartungen mitwachsen lassen.

[2] Krejs, Salzburgs Stadterweiterung, S. 105- 108 Vgl. T. N.: Ein Beitrag zu Salzburger Bahnhof-Frage.
In: NSZ Nr. 109, 17. Mai 1853.


18. April 1859
Das Handelsministerium entscheidet sich trotz Widerstände der KEB für den heutigen Standort.

[3] SLA Landesreg. 1859 XIII E 13, Erlaß des Handelsministeriums, 18. April 1859.

12. August 1860
offiziell eröffneter Bahnhof zeigt auf den Grundriss und Situationsplan vor dem Aufnahmegebäude einen Vorplatz in den eine von der Stadt herkommende Straße einmündet.

[4] Orig. im SMCA; Hykysch, Rudolf: Die Bahnhöfe im Lande Salzburg. Diss. Salzburg 1989. S. 189, Nr.3.


1873
Der Gemeinderat benannte die Bahnhofszufahrtsstraße in Westbahnstraße um. Ursprünglich war dieser Bahnhofsvorplatz Teil der Bahnhofszufahrtsstraße die dort eine Sackgasse bildete.

[5] AStS, Gemeinderatsprotokoll, Sitzung vom 17. Februar 1873, S.224. „18. Westbahnstraße für die Straße vom Ende des Mirabellplatzes bis zum Bahnhofs Rayon.“

1898/1901
Umbaupläne für den Salzburger Bahnhof betrafen die Verlegung des Übergangsteges, den Umbau des Aufnahmegebäudes und den Bau eines Zentralperrons .
Der Übergangssteg mündete ursprünglich knapp nördlich des Bahnhofes auf den Bahnhofsvorplatz.

[6] Projekt zum Bau eines Mittelbahnsteiges (Projekt für die Adaptierung des Aufnahmegebäudes und die Errichtung eines Zentralperrons in Salzburg), Hykysch, S. 194. Commisions- Protokoll über die Verhandlung wegen Umbau und Erweiterung der Stationsanlage in Salzburg. Umgestaltung des Personen- Bahnhofes der Strecke Linz- Salzburg, Nr. 13.291 am 7.,8.,9., und 10 Oktober 1901. S. 11, 18.

1902
errichtete man ein neues Postamt und verlegte den Steg an dessen Nordseite

1908/1909
die SETG ließ den Stadtbaumeister Pichler für die Lamprechtshausener Bahn und für die SKGLB ein neues sehr ansprechendes Aufnahmegebäude bauen. Vom eingang Kaiserschützenstraße ging man vorbei an den Zeitungsständen unter der großen Kuppel.

[7] Harrer/ Holcomb, S. 45.

1908
Erfolgte die Baugenehmigung einer neuen SETG Remise und Werkstättenanlage am Nordende der Stadt an der Westseite der späteren Elisabethstraße.

1909
Die Eröffnung des Bahnhofsneubaues brachte eine räumliche Trennung der Bayerischen und Österreichischen Seite am Mittelbahnsteig des Bahnhofes. Satt der alten Organisation Tür an Tür erhielt auf der öffentlichen Bahnsteigebene die k. bayer. Staatsbahn einen eigenen Bereich mit Zungenbahnsteigen und Fahrdienstleitung, die durch eine Zollbarriere vom übrigen Bahnhof separiert wurden. Die Form des Umbaues kann eisenbahnpolitisch als ein verspäteter Ausdruck der Ablöse der privaten Kaiserin Elisabethbahn durch die Staatseisenbahn und stilistisch als die Einbindung eines Jugendstilgebäudes in eine Front, die am Übergang vom romantischen zum strengen Historismus entstand, bezeichnet werden. Man kann wie Hykysch den Verlust des Bahnhofes der KEB bedauern, muss jedoch den Umbau als eigenständige, den Bedürfnissen entsprechende Leistung anerkennen.

[8] Fischer, Michael W.: Salzburger Photographien. Stadt und Land nach 1920.- Salzburg, Wien: Residenzverlag 1986. S. 258. „Friedrich Archleitner sieht den Hauptbahnhof ein Beispiel dafür, wie bereits“ die beamten Architekten den Jugendstil rezipierten. So findet man in den erhaltenen Resten immer wieder ( vor allem im dekorativen Bereich und in Verbindung mit Schmiedeeisen) Spuren von Jugendstil oder Wiener Secessionismus“.“ Vgl. Achleitner I, S. 280.

1910
Der Gemeinderat ersuchte das Eisenbahnministerium gleichzeitig mit der von der Stadtgemeinde geplanten Pflasterung der Westbahnstraße, den Bahnhofsvorplatz und die Westbahnstraße bis zum Nelböckviadukt.

[9] AStS, Gemeinderatprotokoll, Stitzung vom 1.2. 1909. S. 31/32.

1911/12
Wurde der Eisenbetonbau der SETG Remise erweitert.
Ende 1908 begann die Stadtgemeine mit dem Bau ihrer elektrischen Straßenbahn.
1909 nahm diese den Betrieb auf.

[10] Harrer/ Holcomb, S. 67/ 68. Der nördliche Lokalbahnhof wurde 1973, der südliche 1978 demoliert. Bereits 1940 war die Straßenbahn, 1953 die STEG- Südstrecke und 1957 die SKGLB stillgelegt worden.

1926
Wurde der Bahnhofsvorplatz zum Südtiroler Platz umbenennt zur Erinnerung an den Verlust Südtirols im Friedensvertrag von At. Germain als folge des 1. Weltkriegs. Der Gemeinderat beschloss die Benennung in „Südtiroler Platz „ auf Anregung der Arbeitsgemeinschaft vaterländischer Vereine und Verbände und bewilligte die Kosten von 300 Schilling für die Straßentafeln mit roter Umrandung und Tiroler Adler.

[11] AStS, Gemeinderatsprotokoll, Sitzung vom 19. Juli 1926, S. 173. Eines der Hausnummernschilder hat sich über den Haupteingang des Bahnhofes erhalten.

Die Hochbauten von 1860 der KEB leitete Moriz Löhr mit einer Reihe von jungen Architekten, die nicht nach strengen Normalien planen mussten, sondern in ihren Streckenabschnitten eine gewisse künstlerische Freiheit hatten. Laut Kubinsky waren die Bauten der Westbahn die am schönsten und reichsten ornamentierten Bahnhofsgebäude Österreichs. Einige der Aufnahmegebäude lassen sich Typen zuordnen. Von 45 Objekten gehörten 16 mehreren Typen an, doch keiner wiederholte sich öfter als viermal. Man kann von einem Baukastensystem sprechen. Der Salzburger Bahnhof von Rudolf Bayer ist ein Unikat.

[12] Kubinsky, S. 38/39.

1951
der Kunstmaler und Besitzer des Grandhotel de l`Europe legte dem Bauausschuss einen Verbauungsplan des Architekten Josef Becvar über seine, zum schwer bombenbeschädigten Hotel gehörenden Gründe vor.

1952
genehmigte die Behörde den Abriss der Reste des alten Hotels

1952
stimmte der Gemeinderat der Errichtung eines neuen 14- geschoßigen Neubaues zu.

1957
entstand das neue Hotel Europe. Mit dem Hotel Europe zog ein internationaler Stil in Salzburg ein.

1973/1974 und 1977
Anriss der alten Bahnhofsbauten der Lokalbahnen

1973
Neuplanung des Hauptbahnhofes und des gesamten Bahnareals.
Februar 1987 kündigte die Jury unter den Vorsitz von Hans Hollein das Projekt des Kölner Architekten Joachim Schürmann zum Sieger des Wettbewerbes „Bahnhofsvorplatz“.

1988
Überarbeitedes Siegerprojekt wird Vorgestellt. Die Neugestaltung des Platzes inkludierte eine Tiefgarage, einen neuen Busterminal unter dem Gleiskörper, die Tieferlegung des Lokalbahngleises, sowie Neubauten der Post und des Forum- Kaufhauses.

[13] Schivelbusch, S. 171





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